Fettabschneidesysteme: Ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz

Industrielle Friteuse erzeugt fettiges Essen

Nur ein Tropfen Öl oder flüssiges Fett können bis zu 1000 Liter Wasser verunreinigen. Wenn Fette oder Öle in das Trinkwasser gelangen, hat dies schwerwiegende Folgen. Bei einer Verunreinigung von Böden oder Gewässern haften stets die Verursacher. Die Beseitigung der Umweltschäden, die durch unkontrolliert ausgetretenes oder mangelhaft abgefangenes Fett oder Öl entstehen, ist aufwendig und teuer. Hat der Verursacher keine spezielle Versicherung für einen solchen Fall, können ihn die entstehenden Entsorgungs- und Sanierungskosten in den finanziellen Ruin treiben. Davor schützt der Einbau eines, mit den Abwassereinrichtungen vorschriftsmäßig verbundenen, Fettabscheiders.

Seit 1940 in Deutschland gesetzlich verordnet

Bereits vor 80 Jahren verpflichtete der Gesetzgeber alle Verursacher von öl- oder fetthaltigen Abwässern, geeignete Maßnahmen zu treffen, um die Rückstände „abzuscheiden“. Im Laufe der Jahrzehnte wurden die Anforderungen und Vorschriften zunehmend detaillierter. Heute gilt neben dem Bundeswasserhaushaltsgesetz und diversen Abwasserverordnungen der Kommunen auch die DIN-Norm 1825. In dieser (zweiteiligen) Norm für Fettabscheider wird genau definiert: Funktionsgrundsätze, Einbau, Betrieb, Kennzeichnung und auch die regelmäßige Wartung der Reinigungssysteme. Danach dürfen nur fett- und ölfreie Abwässer in die Kanalisation gelangen, um so schwerwiegende Verschmutzungen von Grundwasser und Umwelt zu verhindern. Ein weiterer Grund für das öffentliche Interesse und die ausführlichen Vorschriften ist der Aspekt der Sauberhaltung von Abwasserrohren und -kanälen. Die schmierigen Rückstände haften nämlich an den Innenwänden der Rohre. Nach und nach kommt es dann zu einer (meist irreparablen) Verstopfung der Abflusssysteme. Auch werden Schädlinge von energiereichen Fettablagerungen angelockt und stellen dann ein hygienisches Risiko dar.

Einfaches und effektives System

Wer schon einmal ein Salatdressing aus Essig und Öl anrichtet, konnte beobachten, wie sich das Öl, auf der Oberfläche schwimmend, von anderen Flüssigkeit absetzt. Der Grund dafür sind die unterschiedlichen spezifischen Dichten der Flüssigkeiten. Diese physikalischen Prozesseigenschaften – Phasentrennung genannt – werden in den Fettabschneidesystemen genutzt. 85 % der Fettabscheider arbeiten nach dem Gravitationsprinzip. Vereinfacht beschrieben funktionieren die Systeme mit einer Art Sammelbecken. In diesem kommt das Abwassergemisch zunächst zur Ruhe. Fette und Öle setzen sich auf der Oberfläche ab und werden dann in einem speziellen Raum gesammelt. Gleichzeitig sinken schwerere Stoffe auf den Boden des Sammelraums in einen Schlammfang. Nach diesem (Vor)Reinigungsprozess kann das fettfreie Abwasser den regulären Weg in die Kanalisation fortsetzen.

Der Einsatz in der Praxis

Jeder Bürger ist zur Reinhaltung der Gewässer verpflichtet. Vorsätzliche, aber auch unbeabsichtigte Einleitung von Gefahrstoffen wie Fett und Öl in öffentliche Gewässer ist ein Straftatbestand. Gewerbetreibende müssen darüber hinaus eine aktiven Vorreinigung der Abwässer vornehmen. Abscheider nach DIN 1825 sind vorgeschrieben für Großküchen, Restaurants, Hotels, Imbissstuben – überall dort, wo gewerblich Essen ausgegeben wird.
Für Unternehmen die Lebensmittel industriell herstellen oder verarbeiten, gibt es noch strengere Auflagen. Bei Fisch verarbeitenden Betrieben, Molkereien, Käsereien, aber auch Firmen die beispielsweise Küchenabfälle zu Tierfutter verarbeiten, reicht ein herkömmlicher Fettabscheider nicht aus. Hier fallen nämlich emulgierte Flüssigkeiten an. Emulsionen sind Fett/Öl/Wasser-Gemische, die sich mit dem Schwerkraftprinzip der DIN 1825 Abscheider nicht mehr trennen lassen. In diesen Fällen kommen zusätzlich Flotationsanlagen zum Einsatz. Diese spalten die Emulsion physikalisch und/oder chemisch in ihre ursprünglichen Bestandteile auf, um sie dann abscheiden zu können.